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Existenzgründung in der Gastonomie

 

Was von außen aussieht, als liefe es von allein, ist häufig ein gigantischer Kraftakt. Eine Existenzgründung in der Gastronomie verläuft häufig im Sand. Wir haben Dir ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen es gelingen kann.

Wer mit Freude, Hingabe und Liebe zu seinem Job in der Gastronomie arbeitet, kennt den Wunsch: Einmal der eigene Chef sein. Einmal selbst entscheiden, was im eigenen Laden geschehen soll. Die Speise- oder Getränkekarte zusammenstellen, die Möbel aussuchen, das Bier, den Wein, das Personal – einfach das eigene Konzept, den eigenen Traum verwirklichen. Aber die Existenzgründung in der Gastronomie wird schnell zur Sackgasse, wenn man übereilt herangeht.

Viele spannende Existenzgründungen in der Gastronomie sind bereits beim ersten lauen Gegenlüftchen zusammengefallen wie schlecht konstruierte Kartenhäuser. Es gehört viel Planung dazu, man muss viele Kompromisse machen und Entscheidungen treffen, die auf den ersten Blick unangenehm sind. Ein Beispiel: Wie viel Geld willst Du Dir von Bank leihen, damit Deine Existenzgründung als Gastronom starten kann? Denn einen Kredit wirst Du in jedem Fall brauchen, wenn Du nicht bereits seit Jahrzehnten sparst oder schon reich geboren wurdest. Von Deinem Startkapital hängt dann ab, in welcher Lage Du Dir eine Gaststätte überhaupt leisten kannst, wie viel Personal Du einstellen kannst, wie hochwertig Dein Angebot sein kann und vor allem: Wie lange Du überleben kannst, wenn Dein Geschäft nicht von Anfang an brummt.

Hier aber erst Mal Tipps, die Du beachten solltest, bevor Du Deine Existenzgründung in der Gastronomie verwirklichst:

Zuerst: Eine professionelle Beratung zur Existenzgründung in der Gastronomie wird gelegentlich bezuschusst. Hier lohnt sich eine kurze Google-Suche.

Ein Konzept für Deine Existenzgründung in der Gastronomie

Dein Konzept muss am Anfang stehen. Und zwar ein umfassendes, ehrliches, gelegentlich auch schmerzhaftes. Denn häufig verwechseln Gastronomen bei der Existenzgründung die eigenen Interessen mit denen einer potentiellen Zielgruppe. Du liebst Rinderhoden als Delikatesse und möchtest diese endlich mit Hilfe eines speziellen Rinderhoden Restaurants in Deiner Heimatstadt etablieren? Nenn sie Kostverächter, aber es ist unwahrscheinlich, dass Du Dir schnell einen Kundenstamm zulegen kannst, der Deine Existenzgründung trägt. Versuch es also eher mit etwas, das mehr dem Geschmack der Masse entspricht – und biete zusätzlich in der Speisekarte Rinderhoden an. Vielleicht möchte die ja wirklich mal jemand probieren.

Hierbei geht es aber vor allem darum, dass Du in Dich gehst und überlegst, wo Deine Stärken und wo Deine Schwächen liegen. Was wäre Dein Alleinstellungsmerkmal, weswegen Gäste zu Dir kommen und nicht in das Restaurant gegenüber – vielleicht ja die Rinderhoden. Eher aber nicht. Was soll das Grundkonzept, die Leitlinie Deines Gasthauses sein? Möchtest Du edel daherkommen, oder lieber schnell? Möchtest Du, dass Deine Gäste trinken und Spaß haben, oder dass Sie sich entspannen können? Das sind alles Fragen, deren Beantwortung ganzheitlich ausfallen muss: Deine Küche muss darauf ausgerichtet sein, Dein Personal, Deine Einrichtung und Dein Angebot.

Außerdem solltest Du früh wissen, ob Du in der Innenstadt pachten möchtest oder am Stadtrand. Oder sogar kaufen?

Ein Ladengeschäft für Deine Existenzgründung als Gastronom

Offensichtlich eine schwierige, häufig langfristige Sache. Es gibt unzählig viele Gaststätten, die einen neuen Betreiber suchen. Ob es Lokale sind, die bereits geschlossen sind, oder Lokale, deren Betrieb noch läuft, die Du aber umbauen könntest, musst Du entscheiden. Häufig ist es einfacher und günstiger, ein bestehendes Lokal zu übernehmen und das neue Konzept zu vermarkten als eines neu aufzumachen. Immerhin wissen Deine potentiellen Gäste im ersten Fall schon, dass an der Stelle, wo Du bist, ein Lokal existiert. Hier lohnt es sich, Externe ins Boot zu holen, die Dir bei der Suche helfen beziehungsweise Tipps geben können. Brauereien, Makler oder Fachvermittler kennen den Markt in Deiner Umgebung. Sie wissen, welches Lokal nach einem neuen Betreiber sucht und welches für Deine Idee geeignet sein könnte. Wichtig ist es, dass Du versuchst, Dich nicht auf eins zu versteifen. Klar wirst Du eines finden, das Du sofort ins Herz schließt und mit dem Du eine gemeinsame Zukunft haben möchtest. Aber je offener Du gegenüber Alternativen bleibst, je nüchterner Du die Sache angehst, desto stärker trittst Du in der Verhandlungsphase auf.

Plane, was Du zu Beginn Deiner Existenzgründung in der Gastronomie alles benötigst

Mach Dir dafür eine Liste. Und rechne sicher, also so, dass Du eher den teureren Preis für einen Kostenpunkt veranschlagst als den günstigeren. Vielleicht freust Du Dich am Ende, dass Du günstiger weggekommen bist und Dein Polster etwas gemütlicher ausfällt. Was muss in Deinen Plan zum benötigten Gesamtkapital für Deine Gastronomie Existenzgründung? Wie teuer ist die Pacht beziehungsweise der Kauf der Immobilie? Die kleineren Dinge wie Besteck, Servietten, Gläser oder Sitzkissen? Die Möbel? Die Technik wie die Kasse – hier empfiehlt sich auch bereits früh, langfristig zu denken. Es gibt veraltete Technik häufig sehr günstig. Trotzdem lohnt sich auf längere Sicht meistens die Investition in Technik, die dem aktuellen Stand entspricht. Je moderner, desto automatischer läuft Dein Laden nämlich – so kannst Du vielleicht am Personal sparen oder sinnvolleres Marketing machen. Wie teuer ist die Konzession? Musst Du eine Maklergebühr entrichten? Deine Waren, Getränke und Lebensmittel, die Pachtzahlungen und Zinsen für die ersten Monate – und natürlich noch viele andere Dinge, die zur Existenzgründung in der Gastronomie dazugehören.

Direkt hieran anschließend: Wie willst Du Deine Existenzgründung als Gastronom finanzieren?

Hier gibt es mehrere Möglichkeiten und Ansätze wie wir oben bereits angedeutet haben: Möchtest Du einen Kredit aufnehmen? Dir Geld von Freunden und Verwandten leihen? Hast Du Eigenkapital? Die Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt junge Unternehmer bei der Existenzgründung. So vergibt sie etwa günstige Gründungsdarlehen, mit niedrigen Zinsen. Überhaupt gibt es einige staatliche Initiativen und Organisationen, die junge Existenzgründer fördern. Eine Auflistung würde den Rahmen sprengen, aber es lohnt sich, sich damit auseinanderzusetzen.

Am Ende steht der inhaltliche Teil

Der letzte Teil ist mit am heikelsten, weil hiermit nochmals alles stehen oder fallen kann. Aber die Eröffnung muss laufen, damit Deine Gastronomie Existenzgründung abheben kann. Kümmere Dich um eine gute Speise- und Getränkekarte. Kümmere Dich darum, dass Dein Personal weiß, was zu tun ist. Und werbe für Dich. Social Media ist schnell und günstig. Google ebenso. Aber sei auch in der analogen Welt vertreten: Flyer, Plakate und vielleicht sogar Pressearbeit.

Das klingt nun vielleicht nach einer ganzen Menge – und tatsächlich, das ist es. Eine Existenzgründung in der Gastronomie ist harte Arbeit. Aber wenn Du nicht bereit bist, die in Dein neues Unternehmen zu stecken, solltest Du vielleicht sowieso nochmal überlegen, ob du als Gastronom eine Existenzgründung anstreben solltest. Wenn es aber klappt, Du alles gibst und die ersten Monate bis Jahre überstehst, dann wirst Du Deinen Traum leben. Wir wünschen Dir viel Glück!