Was bedeutet die Änderung des Algorithmus von Facebook für die Gastronomie?

Robert Hofmann
Freitag, der 25. Mai 2018


Es ging durch alle Medien: Facebook ändert seinen Algorithmus. Kommerzielle Seiten sollen benachteiligt, die Inhalte von Nutzern bevorzugt werden. Es klingt, als würde es schwieriger für Gastronomen, Werbung für sich auf Facebook zu machen. Aber stimmt das?

Was bedeutet die Änderung des Algorithmus von Facebook für die Gastronomie?
Die Angstschreie sind laut: Was soll aus uns werden, wenn Facebook uns den Hahn zudreht? Der Hahn, das ist die Aufmerksamkeit der Nutzer. Die Möglichkeit der Follower und derer, die es noch nicht sind, die eigenen Inhalte zu sehen. Denn Facebook hat angekündigt, seinen Algorithmus zu verändern. Der Algorithmus, das ist im Prinzip die mathematische Formel, die berechnet, welche Inhalte ein einzelner Facebook-Nutzer angezeigt bekommt. Und die Botschaft von Facebook ist: Menschen sind wichtiger als Unternehmen. Und: Ein Unternehmen, das weiterhin prominent zu sehen sein möchte, muss Geld dafür bezahlen.

 Aber was bedeutet die Änderung des Algorithmus von Facebook für die Gastronomie?

Dabei ist zuerst eins zu sagen: Die Veränderung des Algorithmus muss nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten. Es heißt nur, dass Unternehmen sich umstellen müssen. Aus dem Problem kann also schnell eine Chance werden. Probleme sind nur dornige Chancen, meint Christian Lindner. Und wo der heute steht, weiß man ja.
So werden Videos auf Facebook bevorzugt. Das war schon vorher so, wird nun aber verstärkt. Für die Gastronomie heißt das: Überlegt Euch, wo Ihr Video-Inhalte herbekommen könnt.
Außerdem: Mark Zuckerberg, Facebook-Chef und –Mastermind hat angekündigt, dass Inhalte bevorzugt werden, die echte Interkationen zwischen Nutzern hervorrufen. Was heißt das für Dich?
Du musst Videos schaffen, die Reaktionen hervorrufen: Likes, Shares und eben und vor allem Kommentare. Wenn eine Diskussion unter einem Deiner Beiträge entsteht, hast Du gewonnen. Dann kannst Du relativ sicher sein, dass viele Leute ihn sehen werden.

Wie schaffst Du es, dass viele Leute Deine Videos kommentieren?

  • Dein Inhalt muss für Deine Follower relevant sein. Das kann bedeuten, dass Du ein aktuelles Thema wählst, auf das Du Dich beziehst und zu dem Deine Follower eine Meinung haben, oder auch einfach nur ein Feiertag, der ansteht.
  • Warum versuchst Du nicht, ein Video zu produzieren, das seine Zuschauer bildet. Ein Erklärvideo. So schaffst Du ein aufrichtiges Interesse an Deinen Inhalten und erzeugst gelichzeitig noch Vertrauen, weil Du dabei als Experte auftrittst.
  • Der dritte Tipp ist nicht ganz einfach umzusetzen. Versuche, statt eines Werbevideos für Deine Gerichte, die menschliche Interaktion in den Mittelpunkt zu stellen. Dein Restaurant oder Deine Gerichte tauchen nur als Rahmen oder ein kleines Detail auf. Versuche, Emotionen zu wecken, nicht einfach nur Deinen Namen in den Mittelpunkt zu rücken.

Ein weiterer Trend, den Facebook weiter forciert, ist die mobile Nutzung. Du darfst nicht mehr davon ausgehen, dass Deine Follower Deine Beiträge am PC sehen. Viel eher werden sie auf ihr Handy schauen, wenn Dein Video durch ihren Feed läuft. Denk daran, wenn Du Deine Inhalte erstellst: Sie müssen schnell verständlich sein und es muss möglich sein, sich und seine Lebensrealität schnell darin wiederzufinden. Wie kannst Du das bewerkstelligen?

  • Für jedes Handy vorteilhaft sind quadratische Videos. Was auf dem 16:9-Bildschirm hässlich aussieht, verschafft Dir auf mobilen Geräten einen Vorteil im Feed Deiner Fans.
  • Du magst Ton? Alle mögen Ton. Trotzdem schauen die meisten Leute dann auf ihr Handy, wenn um sie herum Menschen sind und es unhöflich wäre, den Ton laut aufzudrehen. Ein Video wird also erst dann verständlich, wenn Du es schaffst, die Informationen, die Du sonst mit Hilfe von Sound übermitteln würdest, auch ohne aussendest. Ob das durch Text geschieht, also etwa Untertitel, oder indem Du ein Video machst, das selbsterklärend ist – das ist Deine Entscheidung. Aber bedenke: 85 Prozent aller Videos bei Facebook werden ohne Ton angeschaut.
  • Storytelling, Storytelling, Storytelling. Wenn Du Videos postest und kreierst, überleg Dir, ob diese ein gewisses Narrativ besitzen, mit dem Deine Fans sich identifizieren können. Natürlich funktioniert auch eine 360 Grad Kamerafahrt um den Teller, auf dem eines Deiner Gerichte sehr vorteilhaft angerichtet ist, aber besser wäre noch, eine Geschichte dazu zu erzählen, die Deine Follower verstehen und die sie auf die ein oder andere Weise berührt.

Wenn Du diese Ratschläge befolgst, wird die Änderung des Algorithmus von Facebook für die Gastronomie nicht nur ein Nachteil, sondern auch eine Chance bedeuten. Dann kann es sogar sein, dass Du von nun an noch mehr Erfolg mit Deinem Social Media Marketing haben wirst als bisher.

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